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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
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Bürger an Marianne Ehrmann.

Bötlingen, den 4ten Febr. 1790.

Liebe Freundinn, zweierlei nöthigt mich schon wiederzu schreiben, noch ehe ich Antwort auf mein letztes vom28. v. M. abwarte. Um des Himmels willen, werdenSie nicht ungeduldig, daß ich Sie so oft mit meinemGeschreibsel überlaufe! Doch Sie sind selbst Schulddaran, warum stecken Sie sich zwischen Hänschen undGretchen? Was da steht, das muß sich gefallen lassen,alle Augenblicke gezupft zu werden. Ich fühle, daß ichalle Tage mehr von meiner altmännlichen Gravität ver-liere, und es fehlt wohl nicht viel mehr, so mache ichvöllig die Rolle des Seladons von achtzehn Jahren mitangebranntem Herzchen und Köpfchen. Ich schämeund gräme mich fast schon nicht mehr, wenn die hoch-weise Vernunft zu mir spricht: Pfui, alter Mensch!

Das erste, was mich drückt, ist, daß ich fürchte, ichmöge eine Stelle Ihres letzten Briefes mißverstandenhaben. Es ist die:

Ich sage Ihnen nur noch, daß ihr Jemand jenesGedicht wegkaperte, und daß es zu ihrem Erstaunenund Schrecken wider ihren Willen, Dank sey derVorsehung, bei uns eingerückt wurde."

Gott weiß, wie ich hierbei an nichts anders, alsmein Gedicht an das Mädchen habe denken kön-nen! Gleichwohl kann es ja auch eben so gut auf dasihrige gehen, ja es wird mir immer wahrscheinlicher,daß nur dieses gemeint sepn könne. Wie sollte das