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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
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Herz längst in allen Banden der Täuschung gefangenläge. Wenn sich nun dereinst einmal auswiese, daßdas wirkliche Schwabenmädchen in St. .... s Mitte,nicht das Mädchen in der Mitte meiner phantastischenSchöpfung wäre, so könnte das eine Erlösung geben,die dem verwöhnten Herzchen eben keine Freude machte.Bis jetzt verdirbt indessen Ihre Wahrheit eben nochnichts an dem bunten Ehristgärtchen meiner Phantasie.Diese bauet daher nur desto ämsiger fort, und weißsogar den sprödern Stoff der Wahrheit vortrefflich zuihren Absichten zu benutzen.

Das Aeußere des Mädchens, liebe Frau,müssen Sie mir bei Zeit und guter Mahlcrlaune etwasausführlicher schildern. Denn man fasele von überir-discher Scelenliebe auch was man wolle; so bleibt dochdas mir wenigstens ewig wahr: irdische Liebekeimt in der Sinnlichkeit, und behält, sie treibe ihreZweige und Blätter nachher auch noch so hoch in gei-stige Regionen hinauf, dennoch immer in der Sinnlich-keit ihre nahrhafteste Wurzel. Dem Liebenden mußder geliebte Gegenstand in sinnlicher Schönheit und An-muth erscheinen, er mag nun wirklich schön und an-muthig seyn, oder nicht. Sonst ist die Liebe im vollenVerstände des Wortes unmöglich, und wer sie dennochvorgiebt, der lügt und tciegt, mit oder ohne Bewußt-seyn. Ich habe über diesen Glaubensartikel schon mancheFehde gehabt.

Was das Innere des Mädchens betrifft, so könnenSie mit wenigen Hauptpinselstrichen abkommen. Nicht,als ob dieses minder wichtig wäre, sondern weil hier