Gelliehausen, den 16ten September 1773.
Einige Veränderungen zur Lenore Hab' ich gemacht.Die übrigen mögt Ihr selbst machen. Ihr Herren, dasist keine Kunst, daß Ihr blos sagt, das und das taugtnicht. Das seh' ich oft, leider Gottes! selbst wohl.Aber anders machen sollt Ihr! Und das wird einemFremden oft leichter, als dem Verfasser selbst. Beieinigen ist es geschehn. Wir wollen also Pünctchen fürPünctchcn durchgehen. Zuvor aber noch etwas Allge-meines! Die tiefe Frau, welche unter Rabnernnoch studirt hat, und ehe sie nach Göttingen gekommen,ihren Vers verstanden hat, soll die Nase gewaltig ge-rümpft haben. Dergleichen nun sind mehrere. Allebouux osprits ü in inolie, die ein Collegium über denBatteux gehört, oder etwa Gellerts Fabeln, denHagedorn und Jacob! gelesen haben, und sich nunzu Kennern und Kunstrichtern sattsam qualificirt halten,die Alles über den ihnen bekannten Leisten schlagen, undnicht begreifen können, daß es außer diesem noch hun-
suchende Freunde das Gedicht vorlesen; einst, da ich selbst dabeiwar, in seinem Gartenhause. Fensterladen und Thür warenverschlossen. Bei der Stelle: Rasch auf ein eisern Gitter-
thor re. ward auf einen Schlag des draußen stehenden Rhap-soden die Flügclthür geöffnet. Ich weiß nicht, wie es Andernergangen ist. Uns ward das Gräßliche durch solche Zurüstun-gen nicht vermehrt.
Boies kritischer Brief, auf welchen der folgende sich be-zieht, ist verloren. V.