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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
223
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denn kaum hatt' ich ihn einmal gesehen, so sagt' ich ihmschon ohne Zurückhaltung, was mir an seinen Gedichtenbisweilen mißfiel. Halten Sie es also keineswegsfür Schmeichelei, wenn ich Ihnen sage, daß ich großeHoffnungen von Ihnen hege. Ich erstaune wirklich,daß Sie, als ein noch so junger Mann, der unter Ge-schäften erzogen ist, wobei die besten Gaben verrostenmöchten, sich durch Ihr feuriges Genie und IhrenEnthusiasmus, beinahe selbst und ohne Beihülfe, aufdie Stuft erhoben haben, auf welcher Sie wirklich jetztschon stehen. Wahrhaftig, liebster Herr . . ., hättemich das Schicksal in Ihre Lage geworfen, ich würdeein einfältiger, geschmackloser Tropf seyn, da Sie hin-gegen, wenn Sie meine Muße und meine Gelegenheitgehabt hätten, vielleicht schon der zweite Abt IhresVaterlandes seyn könnten. - Jedoch bei Ihnen istdeßwegen noch nichts verloren. Ein Genie, wie dasIhrige, wird, hoff' ich, sich durch keine Hindernisse anden Boden fesseln lassen, und ohne Beihülfe, durch seineeigene Kraft, sich empor heben. Ich prophezeihe mirmehr, als einen Nikolai an Ihnen. Wollte der Him-mel, ich war' ein Mann, auf dessen Beifall oder Er-munterung Sie achten könnten, mein unaufhörlicher Zu-ruf sollte Sie, wie dort die Wettrenner auf der olympi-schen Bahn, bis an's Ziel verfolgen. Immer wollt' ichrufen: Liebster, bester . . ., Sie versündigen sich anIhrem Vaterlande, wenn Sie den Mußen nicht alleIhre Nebenstunden weihen; wenn Sie nicht IhreKenntnisse und Ihren Geschmack durch ein unermüdetesStudium der besten altern und neuern Muster, nach