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Doie an O l ei »r *).
Göttingen, den 28sten Jan. 1771.
Ihr Brief, mein theuerster Herr Canonicus, istmir ein neuer Beweis von dem Enthusiasmus für diedeutschen Musen und von Ihrer edlen Denkungsart.Ich eile Ihre Fragen mit der ersten Post zu beant-worten. Ich kenne Herrn Bürger nicht allein, sonderner ist auch mein Freund, so lange ich ihn kenne. Erverdient allerdings, von Ihnen und Allen, denen dieEhre unserer Nation am Herzen liegt, gekannt und aus-gemuntert zu werden. Warum ich aber Ihnen einenjungen Mann von so viel versprechenden Talenten nichteher genannt habe, das weiß ich mir selbst nicht zu er-klären. Thun hätte ich es sollen, das sehe ich nunwohl ein, da ich Ihre Freude bei Entdeckung einesjeden neuen Talents und Ihre Bereitwilligkeit, es zuunterstützen und Andern sichtbar zu machen, kannte.Genannt habe ich Ihnen indeß, so viel ich mich er-innere, doch seinen Namen schon, da ich Ihnen vorigenWinter, vor meiner Reise nach Berlin, die Stutzer-Ballade von ihm vorsagte, die jetzt, aus den Unter-haltungen abgedruckt, in dem Schmidt'schen Almanachsteht. In meinem Almanache ist das schöne Trinkliedvon ihm, und Herr Jacobi wird Ihnen vielleicht etwas
*) S. literarisches Conversations-Blatt für das Jahr 1821 .Nr. 278 . S. 1112 .