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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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zu lieben. Ja, schon als ich mit ihr vor den Altartrat, trug ich den Zunder zu der glühendsten Leiden-schaft sür die Zweite, die damals noch ein Kind undkaum vierzehn bis fünfzehn Jahr alt war, in meinemHerzen. Ich fühlte das wohl; allein aus ziemlicherUnbekanntschaft mit mir selbst hielt ich es, ob ich's mirgleich nicht ganz abläugnen konnte, höchstens für einenkleinen Fieberanfall, der sich bald geben würde. Hätteich nur einen halben Blick in die grausame Zukunftthun können, so wäre es Pflicht gewesen, selbst vordem Altäre vor dem Segensspruche noch zurück zu tre-ten. Mein Fieber legte sich nicht, sondern wurde durcheine Reihe von fast zehn Jahren immer heftiger, immerunauslöschlicher. In eben dem Maße, als ich liebte,wurde ich von der HLchstgeliebtcn wieder geliebt. O, ichwürde ein Buch schreiben müssen, wenn ich die Mar-tergeschichte dieser Jahre und so viele der grausamstenKämpfe zwischen Liebe und Pflicht erzählen wollte.Wäre das mir angetraute Weib ein Weib von gemei-nem Schlage, wäre sie minder billig und großmüthiggewesen (worin sie freilich von einiger Herzens-Gleich-gültigkeit gegen mich unterstützt wurde): so wäre ichzuverlässig längst zu Grunde gegangen, und würdejetzt diese Zeilen nicht mehr schreiben können. Was derEigensinn weltlicher Gesetze nicht gestattet haben würde,das glaubten drei Personen sich zu ihrer allerseitigenRettung vom Verderben selbst gestatten zu dürfen. DieAngetrauete entschloß sich, mein Weib öffentlich undvor der Welt nur zu heißen, und die Andere, in geheimes wirklich zu seyn. Dies brachte nun zwar mehr Ruhe