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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
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erst mühseliger Anwerbungen zu bedürfen. Ich fühleindessen, daß ich dem Weibe meiner Liebe ohne seheharte und dringende Versuchung nicht ungetreu seyrrkönnte. Ich weiß das aus der Erfahrung bei dem ein-zigen weiblichen Geschöpfe, das ich vor Elisen nurallein im höchsten und vollestcn Verstände des Wortesgeliebt habe, wovon ich hernach reden werde.

Was ich bisher, und leider! auch zu meinem Nach-theil, von mir habe bekennen müssen, könnte vielleichtnoch nicht hindern, daß ein Weib, welches mich undwelches ich liebte, mit mir glücklich wäre. Allein nun-mehr folgt das Bedenklichste.

Wenn ich auch noch so liebenswürdig von Geist, Herzund Sitten wäre: so bin ich doch weder jung, nochschön, noch in guten häuslichen Umständen. MeineJahre reichen völlig an das wohl bewußte Schwaben-Alter hinan. Von hundert jungen, hübschen, zwanzig-jährigen Mädchen dürften leicht neun und neunzig dieSchultern davor zucken. Ob ich gleich an Gesicht undFigur nicht eben eine Fratze zu seyn glaube: so bin ichdoch wahrlich auch nie ein Adonis gewesen. Das Pro-fil, das Elise kennt *), soll, wie Viele behaupten,mir ziemlich gleichen; wiewohl Andere dies wieder läug-uen. Ich kann's nicht beurtheilen, weil ich nicht dieEhre habe, mich im Profil zu kennen; indessen möchteich doch beinahe fürchten, daß man sich darnach leichtetwas Hübscheres unter mir vorstellen könnte, als ichwirklich bin; etwas mehr Leben und Freundlichkeit allen-

*1 Vor der Ausgabe der Gedichte v. I. 1789 .