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Unterhaltung mit Bürgern erzählt, kann davon einigerMaßen zum Beweise dienen.
Gegen fremdes Lob war er selbst keinesweges gleich-gültig; vielmehr freuete er sich ungemein über jedeAeußerung des Beifalles von Männern, deren UrtheilGewicht hatte. Weniger Eindruck machte auf ihn, we-nigstens in den letzten Jahren, der Beifall des großenHaufens, dem er nicht Beurtheilungskraft genug zuge-stand, um auf das Urtheil desselben stolz zu seyn. Erwar, zum Beispiel, gar nicht damit zufrieden, daß unterseinen Gedichten gerade die Lenore einen so vorzüg-lichen Beifall gefunden hatte, auf den, wie er meinte,einige andere Gedichte weit gerechtere Ansprüche gehabthätten. Das Urtheil eines gebildeten Frauenzimmershatte aber für ihn weit mehr Gewicht, als der Aus-spruch manches schulgerechten Kunstrichters.
Gegen Mißbilligung und Tadel war er, wenn sie nurnicht ganz ungegründet waren, eben so wenig gleich-gültig. Er besaß so wenig Künstlerstolz und Künstler-eigensinn, daß er Stellen in seinen Gedichten, welcheirgend einem seiner Freunde mißfielen, und sollte esauch ohne Aufopferung einer Schönheit nicht haben ge-schehen können — immer umzuändern suchte, sobaldder Grund des Tadels ihm nur einiger Maßen ein-leuchtete. Darum machte auch die berühmte strengeBeurtheilung der zweiten Ausgabe seiner Gedichte iwder Allgemeinen Literatur-Zeitung so großenEindruck auf ihn. Kenner wollen sogar gefunden haben,daß er seit dem durch allzu ängstliches Feilen an seinenWerken Manches von ihrer Originalität verwischt habe.