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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
143
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nun nach zwei Monaten noch übrig ist, das gibt sichauch schwerlich mein Leben lang. Wann wird derSchwarm von tausend und abermals tausend Erinne-rungen aufhören, meine Seele zu umflattern? und wannwird jede derselben bis dahin ermatten, um nicht mehrwie bisher mein Herz auf das schmerzlichste zusammenzu krampfen, wenn ich gleich vor den Leuten nicht lautdabei ausschreie? Eben so tief war einst meine unend-liche Liebe, eben so tief mußte sich nun mein unend-licher Schmerz in meine Seele graben. O! wie könnteich ihrer vergessen? Ach, ihrer, ihrer! der ich seit längerals zehn unglücklichen Jahren voll Drang und Zwangmit immer gleich heißer, durstender, verzehrender Sehn-sucht nachseufzte? Ihrer, durch welche ich bin Alles, wasich bin und nicht bin! Ihrer, um welche die einst sogesunde Jugendblüthe meines Leibes sowohl als Geistesvor der Zeit dahin welkte! Ihrer, die diese verwelkteBlüthe endlich ganz wieder zu beleben versprach, dieendlich die Meinige, die Meim'ge! — ein Wort, einBegriff von unendlicher Kraft für mich ! — die Meinigeendlich ward, mich gleichsam aus der Nacht der Tobtenzurück rief, und in einen lichten Freudenhimmel emporzu heben anfing! — Ach und wozu? Um so schnell, soauf Ein Mal mir wieder zu entschwinden, mich mittenauf den Stufen des Hinaufgangs zum neuen bessernLeben fahren und noch tiefer in die vorige Nacht zurücksinken zu lassen! O Boie, ich liebte sie so unermeßlich,so unaussprechlich, daß die Liebe zu ihr nicht blos derganze und alleinige Inhalt meines Herzens, sonderngleichsam mein Herz selbst zu seyn schien. Wie so ganz