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daß Mein Leben nicht unbeschrieben bleiben wird. Dennwarum sollte mir weniger widerfahren, als so vielenandern Dichtern, deren Werke bei weiten nicht so all-gemein verständlich und gefällig gewesen sind, als dieweinigen? Nun aber habe ich manche Erfahrungen ge-macht, wie mager, wie unvollständig, wie falsch der-gleichen Nachrichten oft ausgefallen sind, selbst in Dingen,die sich von außen her noch wohl wissen lassen. Wievielmehr muß das nicht der Fall bei solchen Eigenschaf-ten des Geistes und des Herzens sepn, wovon sonstNiemand, als ihr Besitzer, oder ein Freund, dem er sichdurch langen ununterbrochenen Umgang gehörig entfaltethat, ein getreues Gemälde aufzustellen im Stande ist.Damit nun bei einer künftigen Beschreibung meinesLebens nicht romanisirt werde; damit Niemand mehrsich selbst und seine Kunst, als mich, darstelle: so ent-schließe ich mich vielleicht noch, das Geschäft lieber selbstzu übernehmen.
Wenn der gute Bürger diesen Vorsatz wirklich aus-gesührt hätte, so würde er den Schreiber dieser Blättereiner großen Verlegenheit überhoben haben.
Ich bin mir sehr gut bewußt, wie wenig ich michzum Biographen schicke, und würde es gewiß nicht unter-nommen haben, dasjenige, was ich allenfalls von Bür-gern sagen kann, aufzuzeichnen, wenn ich nicht wiederholtund dringend dazu aufgefordert, wenn es mir nicht,wegen meines täglichen und sehr vertrauten Umgangesmit dem Dichter in den letzten zehn Jahren seinesLebens, gewisser Maßen zur Pflicht gemacht wordenwäre. Denn wenn ich mir auch die Fähigkeit, welche