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jetzt nicht zu widersetzcn getrauest? Wie viel wagestdu also nicht, indem du deine Verbesserung bis aufschicklichere Zeiten und günstigere Umstände «ersparest?Denn wisse, in dieser wichtigsten und dringendsten allermenschlichen Angelegenheiten ist Aufschub fast immer soviel, als völlige Entsagung.
Ist diejenige Stärke der Seele, vermöge welcherman mit unverwandten Blicken dem Ziele zueilet, wel-ches man sich einmal nach reifer Ueberlegung vorgesetzethat, vermöge welcher man bei demjenigen, was manaus sichern Gründen einmal für das Beste erkannthat, fest und unbeweglich bleibet; ohne sich durch diescheinbarsten Vortheile des Gegentheils, durch den Ta-del der Menschen, oder durch andere Schwierigkeitenwankend machen zu lassen, ist diese Entschlossenheitund Selbstherrschaft des Geistes, selbst in so fern siesich in den Angelegenheiten des gegenwärtigen Lebensäußert, eine der empfehlcndsten, rühmlichsten Eigenschaf-ten eines Menschen: was kann denn einem vernünfti-gen freien Wesen höhern Adel gewähren, als der festeund beharrliche Muth, das zu werden, was es nachseinem eigenen Gefühle seyn muß, um sich eines, nichtwenige Jahre, sondern ganze Ewigkeiten hindurch wah-renden Glückes würdig und empfänglich zu glauben —ja, um nicht in seinen eigenen Augen aller Achtungunwerth zu seyn?
O Heil uns, wenn wir mit Wahrheit sagen kön-nen: „Mein Entschluß ist gefaßt, meine Wahl ist ge-troffen! Und wenn die ganze Welt der Sinnenfreude,der falschen Ehre und der Eitelkeit, diesen so hoch ver-