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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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nunft Folge zu leisten; nur bin ich jetzt noch zu schwachdazu. Ich bedarf längerer Zeit, um mich mit denGrundsätzen der Weisheit recht vertraut zu machen,ich bedarf einer größer» Reife des Alters und derVernunft, um den Vocurtheilen und dem Sittenver-derben mit männlichem Ernste und Nachdrucke denKampf anzukündigen. Wann die schwächer» Jahreder Jugend vorüber sind, wann erst die Hitze der Be-gierden und Leidenschaften einiger Maßen abgekühletund der Verstand zu mehrerer Festigkeit gelangt ist, ja, wann vielleicht die eigene Erfahrung von derEitelkeit und Nichtigkeit alles Sinnenglückes ein leb-hafteres Sehnen nach höherem Genüsse des Geistesund des Herzens in meiner Seele geweckt hat, erstdann wird es Zeit seyn, den Streit gegen Thorheitund Laster zu wagen, und auch dann erst wird glück-licher Erfolg zu hoffen seyn."

Ist das die Sprache einer innigen Ueberzeugungvon dem hohen Werthe der Tugend, und eines vondem lebhaften Gefühle seiner Verpflichtung zu dersel-ben durchdrungenen Herzens? Oder ist es nicht viel-mehr die Sprache eines Gemüthes, dem die Freudeneiner verwöhnten Sinnlichkeit noch mehr werth sind,als der Selbstgenuß eines guten tugendhaften Her-zens? Prüfe dich selbst, und antworte dann!Vergebens suchest du durch scheinbare Gründe einerüberlegenden Klugheit es dir selbst und Andern zuverhehlen, daß dein Zaudern wenigstens kleinmüthigeund unedle Schwäche der Seele ist, welche nichtsGroßes und Lobenswerthes zu unternehmen vermag,