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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
463
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Seligkeit der Tugend, welcher selbst die Ewigkeitkeine Grenzen zu setzen vermag, großmüthig verschmä-hen solltest. Wähle selbst! Und wenn du als einWesen, dem die Vernunft nicht umsonst zu Theilwurde, dich bestimmet hast, so behalte auch den Muth,deiner Wahl getreu zu bleiben. Blicke oft hin nachden großen Beispielen derer, die um ihrer Pflichtenwillen, hienieden im Stande ihrer Bewährung, mehrthaten, sich mehr versagten, mehr ertrugen, als vondir gefodert wird; die größere und zahlreichere Schwie-rigkeiten zu bestreiten, furchtbarere Gefahren zu über-stehen hatten, um das zu werden, wozu sie sich beru-fen fühlten, Menschen, die durch ächte Weisheit,durch ungeheuchelte Rechtschaffenheit und wahre, selteneVerdienste um Anderer Wohl die Bewunderung ihrerZeitgenossen und die Verehrung der Nachwelt, wenig-stens die Achtung der Edeln und das überschwenglichLohnende Selbstbewußtseyn errangen, ihrer Menschen-bestimmung gemäß gelebt zu haben. Warum solltestdu, mein Bruder, und warum sollte ich weniger ver-mögen, warum weniger Selbstvertrauen haben? Wa-ren Jene etwa frei von den Schwachheiten der Mensch-heit, die uns so zaghaft machen? Oder sind die Kräfte,welche Vernunft und ein fester Wille gewähren, undwodurch Jene so viel vermochten, uns versagt?Doch vielleicht sprichst du:Ich erkenne und fühle dieHerrlichkeit und Vortrefflichkeit der Tugend nebst derunnachlaßlichen Verpflichtung, auch mit dem Wider-spruche meiner liebsten Neigungen und mit den härte-sten Selbstverlaugnungen, den Gesetzen meiner Ver-