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verfällt gar zu leicht aus einer ungemäßi'gten Kühnheitin Kleinmuth und Verzweiflung an sich selbst; oderer gibt wohl gar allen Glauben an menschliche Tugendganz und gar auf. Denn es ist der Eigenliebe dochimmer noch erträglicher, den Grund ihrer getauschtenHoffnungen und ihrer mißlungenen Versuche in derUnmöglichkeit der Sache selbst, als in ihrer Schwächeoder Nachlässigkeit zu finden.
Aber allzu großes Vertrauen aus eigene Stärkekann auch noch auf andere Arten der Tugend schaden,und die besten Entwürfe vereiteln. Es verleitet näm-lich nicht selten den Menschen, Dinge zu wagen, dieüber sein Vermögen sind, und von denen er doch be-schämt bald wieder abstehen muß. Daher wird esdenn Ursache, daß der Mensch auch dasjenige, wasnicht über sein Vermögen gehet, aus Kleinmuth un-versucht läßt, auch zu demjenigen nicht Muth undEntschlossenheit genug übrig behält, was er bei einemanhaltenden Gebrauche seiner Kräfte gar wohl aus-führen könnte. — So wirkt auch eine überspannteEinbildung von eigener Geistesstärke jene stolze, vonallen andern Menschen und ihren Urtheilen ganz un-abhängig sich dünkende Selbstgenügsamkeit, welche schonViele zu thörichten Sonderlingen gemacht hat, die,um nicht in den Fehler einer blinden Nachahmung undeiner zaghaften Nachgiebigkeit gegen Vorurtheile, Thor-heiten und Laster zu verfallen, auch sogar in gleich-gültigen Dingen sich von dem gebahnten Wege ent-fernten, und sich hierdurch ganz unnöthiger WeiseSpott, Verachtung und Haß zuzogen. Eine Zeit lang