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zwar ertragen sie alle solche Widerwärtigkeiten mitgelassenem Gleichmuthe, ja, es schmeichelt ihrer Eitel-keit nicht wenig, wenn sie sich berechtigt glauben, sichfür Märtyrer der Wahrheit und Tugend zu halten.Aber werden sie auch alsdann noch standhaft bleiben,wann es ihnen nicht einmal mehr gelingen will, dieAufmerksamkeit des Publikums durch ihre Eigenheitenauf sich zu ziehen? Oder wann sie die nachtheiligenFolgen, welche die verscherzte Achtung und Zuneigungder Mitmenschen früher oder spater für unsere Zufrie-denheit und Ruhe zu haben pfleget, gar zu sehrempfinden? — Und wenn denn nun ihre selbstgenüg-same Entschlossenheit, womit sie bisher allen ungün-stigen Beurtheilungen Trotz boten, sie verläßt; wennsie, durch allerlei unangenehme Erfahrungen klügergemacht, glauben, sich mit der Welt, es koste, wases wolle, wieder aussöhnen zu müssen: o, wie sehr istdann zu besorgen, daß diese Aussöhnung selbst mitAufopferung ihrer sittlichen Maximen geschehe, unddaß sie, um sich gegen den Verdacht aller Seltsamkeitzu sichern, sammt ihren Sonderlingslaunen, auch ihreTugend, die vielleicht selbst nur eine Laune bei ihnenwar, aufzugeben sich bereitwillig finden lassen. —Endlich werden oftmals auch die besten Menschendurch ein ungemäßigtes Vertrauen auf die Gerech-tigkeit ihrer Sache, auf die Güte und Vortrefflichkeitihrer Entwürfe und auf die unfehlbare Unterstützungder göttlichen Vorsehung zu den unbesonnensten undmißlichsten Schritten verleitet, wodurch sie sich dieSchwierigkeiten dergestalt selbst häufen, daß sie bei