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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
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er doch durch Vernunft und Klugheit in Schrankengehalten und geleitet werden, wenn er nicht zu Schan-den werden, sondern seinen Vorgesetzten Zweck wirklicherreichen soll. Sich für allzu stark halten, um irgendetwas fürchten zu dürfen, jede Schwierigkeit, jedeGefahr für nichtsbedcutende Kleinigkeit ansehcn, gegenwelche man nicht nöthig habe, seine ganze Aufmerk-samkeit und Besonnenheit, oder alle seine Kräfte auf-zubieten, dieß ist der gewisseste Weg zum Falle.

Der Mensch, welcher sich überredet, durch Grund-sätze der Religion und Sittlichkeit gegen jeden Fehltrittallzu wohl verwahrt zu seyn, und dieser eiteln Ein-bildung zu Folge die Gelegenheiten, seinen guten Ent-schließungen untreu zu werden, nicht sorgfältig genugvermeidet, oder wenn er sich wirklich in gefährlichenLagen findet, jene edeln Grundsätze und Beweggründeseinem Gcmüthe nicht in der gehörigen Lebhaftigkeitgegenwärtig erhält, fühlet sich oft ganz unvermuthet' von verführerischen Beispielen geblendet, oder von sei-nen eigenen Leidenschaften überwältiget und hingerissenzu dem, was seine Vernunft mißbilligen muß.Glück für ihn, wenn er durch solche Ueberraschungenseine allzu hohe Meinung von sich selbst mäßigen, sichzu größerer Vorsicht, zu genauerer Aufmerksamkeit aufsein Herz erwecken und zu einem gewissenhaftem Ge-brauche seiner Kräfte und der ihm gegebenen Tugend-mittel antreiben läßt! Aber dieses wird nicht immerdie Folge davon seyn. Der Allzusichere, Unvorsichtige,der seine übertriebene Einbildung von eigener Stärkedurch oftmalige Uebereilungen dieser Art widerlegt sieht,