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kannten Hindernissen und Gefährlichkeiten ohne Furchtentgegen gehet, der scheint nur muthig und entschlossenzu seyn. Wären sie ihm bekannt, so würde er vielleichtbei ihrem ersten Anblicke vor ihnen zurück beben.
Dieser kühne Muth kann bei einem vernünftigenWesen keine andere Quelle haben, als das Bewußt-seyn eigener und fremder ihm behilflicher Kräfte, welchein Vergleichung mit jenen Schwierigkeiten, überwiegenderscheinen. Den Gefahren und Hindernissen trotzen,ohne daß man sich hinlänglicher Stärke zu deren Be-siegung, oder wenigstens zur standhaften und gelassenenErtragung der schmerzhaften Folgen mißlungener Ver-suche bewußt, — das würde Verwegenheit und Toll-kühnheit zu heißen verdienen.
Das auf sich selbst vertrauende Kraftgefühl, und derdaraus entspringende entschlossene Muth beruhen abernicht immer auf der Erinnerung an schon ehedem be-siegte ähnliche Schwierigkeiten, oder an den glücklichenFortgang ähnlicher Unternehmungen, sondern es tragenauch außer dem zu dessen Erzeugung und Verstärkungunter andern vorzüglich folgende Gründe nicht wenig bei.
Gleichwie das menschliche Gemüth überhaupt sehrgeneigt ist, sich durch seine Wünsche täuschen zu lassen, unddasjenige für möglich, für wahrscheinlich, ja selbst fürwirklich zu halten, wonach es ein Verlangen empfindet:so überreden wir uns auch, wenn wir etwas ausrichtenzu können wünschen, gar zu leicht, daß wir die dazuerforderlichen Gaben, Talente und Kräfte wirklich be-sitzen. Auf diese Art erzeuget denn das Verlangen nacheiner Wirkung ein freilich oft grundloses und triegendes
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