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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
448
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leisten, sowohl zu seiner eigenen Veredelung, als auchzur wahren Vervollkommnung und Beglückung seinerBrüder unablässig geschäftig zu seyn.

Meine theuersten Brüder! Wenn es auch mit unsder Fall seyn sollte und wessen Eigendünkel dürftesich so weit vermessen, es läugnen zu wollen? wennes der Fall seyn sollte, daß wir in der verflossenenZeit zwar manche neue Einsicht in die erhabene Wis-senschaft des Guten gewonnen, manchen edeln Wunschim Herzen empfangen und geheget, manchen rühmlichenVorsatz gefaßt hätten, aber dennoch, durch Weichlich-keit und Verzagtheit gehemmet, nicht zu Thaten fort-geschritten wären: so hoffe ich, wird es des heutigenfeierlichen Tages und des Anbeginns eines neuen Mau-rerjahres würdig seyn, über einen Gegenstand zu reden,der uns auf dem steilen Wege zum Tempel der Tugendeben so wichtig und unentbehrlich, als dem Seefahrersein Vorrath an Speise und Trank ist. Diesen Gegen-stand wollen wir Tugendmuth nennen. Von diesemMuthe soll mein Vortrag handeln; ihn wünschte ich inunser Aller Herzen zu hauchen, von ihm jeden nochso schwachen, tief unter der Asche kaum noch glimmen-den Funken zur hohen und wirksamen Flamme anzu-fachen.

Entschlossenheit, Muth und Standhaftigkeit schrei-ben wir einem Menschen zu, welcher sich durch erkannte,oder gar schon empfundene Schwierigkeiten und Ge-fahren von Verfolgung seiner Absichten nicht abschrcckenläßt. Es wird also immer Kenntniß der Gefahren undSchwierigkeiten dabei voraus gesetzt. Denn wer unbe-