anhaltendem Fleiße mit der Zeit über alles Schwerezu siegen, jeden mißlungenen Versuch nicht nur wiederzu verbessern, sondern auch sogar zu seiner eigenengrößer» Vervollkommnung zu benutzen; er ist Physischund moralisch stark genug, gegen den Andrang derFeinde seiner Tugend glorreich zu kämpfen, ja, selbstaus seinen Niederlagen sich nur desto größer und edlerzu erheben; kurz, er ist stark genug, durch seine großeheilige, schützende Oberwalterinn, durch die göttlicheVernunft, sowohl über die Natur außer ihm, als seineigenes Herz in ihm, je länger je mehr Herr zu wer-den. Aber jene an sich selbst verzagende Kleinmuts,und Furchtsamkeit, ein von außen und von innen, lei-der! so reichlich genährter bänglicher Sclavensinn ver-dunkeln das Gefühl dieser Kräfte, und machen unsdurchaus unfähig zu fortgesetzter Erweckung, Uebungund Anwendung derselben, und zu demjenigen aushar-rcnden Weiterstreben, ohne welches unmöglich ist, dasZiel der Vollendung zu erringen.
Es ist demnach, zumal in der gegenwärtigen äußer-lichen Weltverfassung, welche der geistigen und sittlichenVervollkommnung öfters noch so wenig günstig ist, einnicht gemeiner Grad von Geistesstärke und Entschlossen-heit zur Unternehmung guter und großer Thaten, undeine unter allen Schwierigkeiten nicht erliegende Stand-haftigkeit derselben vonnöthen. Ohne diese Festigkeitdes Geistes und des Herzens, ohne diesen moralischenTapfermuth kann kein Menschenleben wahrhaftig gut,gemeinnützig und des Menschen würdig seyn. Ohneihn wird kein Sterblicher der hohen Pflicht Genüge