Ausführung ihrer guten Entwürfe immer weiter hin-aus schieben, und so unter lauter edeln Vorsätzen ihremGrabe entgegen reifen, ohne jemals zu einer siegreichenHerrschaft über sich selbst, ohne jemals zu einer glück-lichen Unabhängigkeit von den Thorheiten und Lasternihres Zeitalters zu gelangen.
Und wenn es nun gar auf Bewirkung fremderGlückseligkeit ankommt, wenn der Mann von hellermGeiste und edlerm Herzen — sey nun sein Wirkungs-kreis ein Staat, ein Dorf oder eine Familie — wenner es einsieht, es fühlt, daß, ohne wichtige und tief-greifende Veränderungen in den größern oder kleinerngesellschaftlichen Verfassungen, der Menschheit nimmer-mehr aufgeholfen werden könne — wenn er, hiervonüberzeugt, den schönen und rühmlichen Vorsatz faßt,an seinem Theile, was nur in seinen Kräften steht, zuleisten, um wenigstens einige seiner Mitmenschen ihrerhohen Bestimmung näher zu führen, um die Summeder Glückseligkeit auf Erden zu vermehren, und desElendes weniger zu machen: — o! wer zählet alsdanndie Schwierigkeiten, die er, der thätige Menschenfreund,zu überwinden, wer die Gefahren, denen er Trotz zubieten hat, und wodurch viele Tausende, bei wirklichreinen und starken Regungen für das Gute und Edle,dennoch auf immer abgeschreckt werden, wichtige Ver-suche zur Vervollkommnung der Menschheit zu wagen,oder in ihren rühmlichen Unternehmungen mit beharren-der Festigkeit auszudauern?
Zwar ist der Mensch mit genügsamen, sowohl phy-sischen, als moralischen Kräften ausgerüstet, um bei