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Besitz allgemein ist. Denn das ganze Wesen ihresWerthes besteht in ihrer Seltenheit. Aber WeisheitTugend, Anmuth der Sitten! — Sollten die Gegen-stände des Neides seyn, so könnten sie es nicht anderswerden, als wenn man sie zu bloßen Mitteln desGeldgeizes und der Ehrsucht herabwürdiget. Alsdannmuffen sie freilich durch ihre Ausbreitung von ihremWerthe verlieren, wie alle andere Artikel, wann derMarkt damit überladen ist. Unterscheiden muß manalso die Güter, die ihren Werth dadurch verlieren kön-nen, daß andere Menschen ähnliche besitzen, von den-jenigen, die durch diesen Umstand an ihrem inner»Gehalte und Werthe nichts einbüßen. So würde einMensch, der eine Million besäße, unbeschreiblich reichseyn, wenn Niemand außer ihm Geld hätte; aber erwürde ein Bettler heißen, wenn alle anderen Menschendas Geld zu hundert und tausend Millionen besäßen.In ähnlicher Rücksicht ist auch eine gute Eigenschaft,ein angenehmes und nützliches Talent, die Jemand be-sitzt, desto rühmlicher, je Wenigere sie außer ihm be-sitzen. Daher pflegt man denn auch den Ruhm, sowie den Reichthum, zu beneiden. Allein Tugend, Wis-senschaft, Gesundheit, ohne Beziehung auf Reichthümerund Ruhm, welche sie begleiten können, werden da-durch an sich keinesweges vermindert, daß auch Anderesie besitzen. Es ist also kein vernünftiger Grund vor-handen, warum man Andere deßwegen beneiden soll.
Ein vortrefflicher Weltweiser, Descartes, er-höhet diese Anmerkung noch durch folgende Betrach-tung. Die Güter, welche die zahllosen denkenden und