Hände darnach aus, und reichte es mir in der andernzwei Millionen dar, so griffe ich ganz gewiß noch lieberzu den zweien, und lieber wieder nach zehnen, ja, nachHunderten am allerliebsten. Weil das nun aber nichtgeschiehet, und sicherlich deßwegen nicht geschiehst, weiles in der Reihe und dem Zusammenhänge der Dingegar nicht geschehen kann, nun, —> so ist es auch gut.O, wie großes Unrecht mögen wir nicht oft dem armenGlücke thun, das vielleicht ohnmächtiger, als wir, ist!Mir kommt es vor, als ginge es dem Glücke oft ebenso, als manchem allerdurchlauchtigsten großmächtigstenSouveräne, der gleichwohl aus eigener Großmacht nichteinen Pedell anzustellen im Stande ist.
Ich komme nun auf ein Mittel der Zufriedenheitvon etwas ernsthafterer Art, das aber eben darumvielleicht nicht nach Jedermanns Geschmacke seyn mag.Ich darf es indessen nicht übergehen, wenn mein Re-cept nicht unvollständig und mangelhaft bleiben soll.Es besteht darin: Man bestrebe sich um Güter, diedurch ihre Allgemeinheit nichts von ihrem Werthe ver-lieren! Dieses Mittel ist eigentlich ein niederschlagen-des Specisicum für den Neid. Denn es beziehet sichauf diejenige Quelle unserer Unzufriedenheit, die derNeid darin findet, daß andere Menschen eben die Gü-ter besitzen, und daß sie dadurch verächtlich werden.Könnte der Neid in irgend einem Falle vernünftig seyn,so würde es der seyn müssen, wenn er über den Be-sitz solcher Vorzüge rasend würde, die durch ihre Aus-breitung von ihrem Werthe verlieren. Geld, Rang,Ehrenzeichen werden freilich geringschätziger, wenn ihr