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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
439
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sind, als wir verlangen, aus unzerstörbarem Stoffe,aus gediegenem Golde, aus Granit, aus Diamant ge-bildet zu seyn, oder uns auf Flügeln des Adlers übereinen Tschimborasso erheben zu können. Indessen könnenwir bei diesen geringen Mitteln immer noch glücklichseyn, wenn nur unsere Wünsche nicht größer sind, alsdie Mittel, sic zu befriedigen. Freilich ist das wohlgewiß, daß ein wohlgestalteter, kraftvoller Mensch, dernicht krank ist, dem es an nichts fehlt, und der dabeieben so weise, als tugendhaft ist, einer ungleich voll-kommeneren Zufriedenheit genießen kann, als ein an-derer armer, ungesunder, übelgestalteter Krüppel, beialler seiner Weisheit und Tugend. Allein, so wie einkleiner Becher eben so voll seyn kann, als der größteEhren-Pokal, ob er gleich weniger Wein enthält, sokann man auch annehmen, wenn man eines JedenZufriedenheit für die Fülle und Befriedigung seinervernünftigen Wünsche nimmt, daß die allerniedrigstenund ärmsten Menschen, die vom Glücke am übelstenbehandelt und verwahrloset sind, eben so zufrieden undvergnügt seyn können, als die Lieblinge des Glückes, obsie gleich nicht eine so hohe Summe der Annehmlichkei-ten des Lebens genießen.

Lassen Sie uns also, meine Brüder, in einer sol-chen Unabhängigkeit von der Beherrschung des Glückesuns erhalten, daß, wenn wir gleich keine Gelegenheitversäumen, die Vortheile festzuhalten, die es uns an-bietet, wir gleichwohl uns noch lange nicht unglücklichachten, wenn es sie uns verweigert. Böte mir dasGlück eine Million an, so streckte ich zuverlässig meine