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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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ihren Anlagen schon vorgearbeitet. Denn natürlicherWeise begehret unser Wille nur diejenigen Dinge, diesich unser Verstand einiger Maßen als möglich vorstellet.Wer ist so unnatürlich thöricht, sich in den Mond,oder in eins der Paradiese zu wünschen, die es aufandern Planeten geben mag, und sich von solchenWünschen beunruhigen zu lassen? Und warum? Weildem Verstände keine Mittel einleuchten, solche Wünschezu befriedigen. Aber warum gewöhnen wir uns dennnun nicht, alle Dinge außer uns als eben so überunser Vermögen zu betrachten? Und das müssen wirallerdings, wenn wir nur einen Augenblick vernünftigdarüber Nachdenken. Denn sobald wir gethan haben,was wir wußten oder konnten, und der Erfolg ent-spricht nun dennoch unfern Wünschen nicht, so mußman denken, die Erlangung war, wenigstens für dasMal, eben so unmöglich, als es unmöglich ist, in'sParadies der Thoren im Monde auf Gänseflügeln zugelangen. Bedächten wir dieses, so würden wir eseben so wenig bedauern, daß wir manche Güter, diewir vermöge unserer Geburt, unserer Talente oder un-serer Geschicklichkeit fordern zu können glauben, ent-behren müssen, wenn wir sie ohne unsere Schuld ent-behren, als wir es bedauern, daß wir nicht auf demThrone der Aurengzeben sitzen, oder, wie der DclaiLama, göttlich verehrt und angebetct werden. Ja, nochmehr! Wir werden sogar aus der Noth eine Tugendmachen, und eben so wenig gesund zu seyn fordern,wenn wir nun einmal krank sind und unstreitig krankseyn sollen, eben so wenig frei, wann wir gefangen