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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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Dies ist nun freilich noch ein sehr niedriger, ja,der allerniedrigste Grad der Zufriedenheit. Es isteigentlich nur der gute Grund und Boden, den dieNatur zur glücklichen Cultur und Veredelung des vor-trefflichsten Gewächses darbietet. Wir wollen weitersehen, wie es sich erziehen und zu einer vollkommenenReife bringen läßt.

Zu den nächsten Erfordernissen, wodurch die allge-meine Anlage zur Zufriedenheit schon ungemein erhöhetwerden kann, rechne ich die glückliche Gabe und Kunst,mit gefunden, guten Augen auch gut zu sehen. Ichverstehe hierunter die Neigung und Geschicklichkeit, sichjeden unangenehmen Vorfall von der besten Seite vor-zustellen, und in jedem angenehmen alles mögliche Vor-theilhafte zu bemerken. Wenn man die beiden Wahr-heiten gelten läßt, wovon uns nur etwas Erfahrungin der Welt sehr bald überzeugen muß:daß einejede Sache mehrere Seiten habe, und daß es daraufankomme, von welcher Seite wir sie anfehen, wennsie uns erfreuen oder betrüben soll," so muß nothwen-dig unsere Zufriedenheit von unserer Art, die Sachenzu betrachten, oder von einer glücklichen Gabe undKunst, zu sehen, abhängen. Es ist überhaupt keineso traurige und nach der Meinung des großen Hau-fens noch so böse Begebenheit, die nicht von einervergnügt gestimmten Seele oder von einem verständigenManne von einer guten Seite könnte angesehen wer-den. Und ich glaube, wie es, unfern gesunden Ver-stand ausgenommen, kein irdisches Gut gibt, das manunbedingt ein Gut nennen kann, so gibt es auch kein