Ganz anders verhält es sich hingegen mit dem Be-amten, dem etwa sein Bericht mit acht Groschen be-zahlt wird, er mag nun sechs Zeilen, oder einen gan-zen Bogen lang seyn. Denn wenn dieser seine sechshinreichenden Zeilen für nichts und wider nichts zueinem ganzen Bogen voll ausdehnt, so ist er ein Ver-schwender seiner Tinte, seiner Federn, seines Papiers,— doch, das sind Lappereien! — er ist Verschwenderseiner Zeit, der edelsten Gabe Gottes, und seiner Lei-bes- und Seelcnkräfte. Versteht cr's nicht, sich kurzzu fassen, nun, so muß man freilich fünf gerade seynlassen, und den armen schwitzenden Stümper bedauern.Aber wenn er's versteht, so darf er sich wahrlich nichtdamit entschuldigen: „Ich versäumte ja nichts damit;ich hatte ganz und gar nichts anders zu thun." Woist der Mensch, wann ist die Zeit, da der Mensch nichtetwas Besseres als etwas Unnützes, zu thun hätte?Selbst dann, wann Leib und Seele platterdings nichtszu thun hätten, selbst dann ist noch ein besseres Thunmöglich, nämlich, Gemächlichkeit und Ruhe pflegen.
Noch aber, wie ich bemerke, bin ich nicht ganz aufdem Fleckchen, welches ich eigentlich kitzeln wollte. Mankönnte sagen, der Mann der mit sechs Zeilen abkom-men konnte, fand mehr Vergnügen daran, einen Bo-gen voll zu schreiben, als in der Stube auf und abzu gehen, sich auf sein Kanape zu strecken, oder zumFenster hinaus zu schauen. Wer darf ihn gerechter-weise über diese Neigung tadeln? Thue das Letzte, werBelieben daran findet. Und was das längere Sitzenam Schreibtische betrifft, so schadet ihm das nichts. Er