Druckschrift 
3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
426
Einzelbild herunterladen
 

426

5. Wider die majestätische Länge.

Ein Heller praktischer Kopf, der seine Sache auchrecht gut zu sagen weiß, spottet inSchlözers Staats-Anzeigen, (Heft 8, Num. 59,) über eine gewisse ma-jestätische Kürze, wowider ich nichts einzuwendenhabe. Ich aber wage es, hier mit einer gewissen ma-jestätischen Länge, noch richtiger, Weitschwei-figkeit, anzubinden, wowider auch er hoffentlichnichts einzuwenden haben wird. Da aber, um demGegenstände sein gehöriges Licht zu geben, mehr That-sachen erst gesammelt werden müßten, als ich besitze,so begnüge ich mich, blos mit einem allgemeinen WinkeAufmerksamkeit darauf zu erwecken. Denn in der Thatscheinen noch wenige Menschen, sonderlich DeutscheMenschen daran gedacht zu haben.

Wer von Duderstadt nach Göttingen, ob er schonden geraden Weg wüßte, für nichts und wider nichts,über Cassel und Münden ginge, den müßte man ohneZweifel für einen Narren halten. Die erste und na-türlichste Frage würde seyn:Hast du denn nichtsBesseres zu thun, als mit den Hunden unnütze Wegezu lausen?" Gesetzt nun auch, der Narr antwortete:Nein; ich hatte nichts Besseres zu thun; es kam mirja auf diese Zeit und Mühe gar nichts an!" gesetzt,des Narren Antwort wäre im ganzen Umfange wahr,so könnte der Vernünftige sich doch wohl nicht entbre-chen, zu sagen, daß cs bei dem Allen zuträglicher wäre,sich durch Ruhe gütlich zu thun, als für nichts undwider nichts müde Beine zu machen.