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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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Sprachen bilden helfen, wie er es denn allerdings auchthut. Der Geschmack aber ist das Vermögen, dasSchöne zu empfinden.

Da nun dieses Vermögen durch nichts mehr, alsdurch schöne Gegenstände, wie Sie selbst sagen, seineLeichtigkeit und Sicherheit erhält, so folget, daß, wiein den bildenden Künsten die schönen Gegenstände nichtsanders, als die schönen körperlichen Formen sind, alsoauch in den redenden Künsten schöne Muster in Poesieund Prose die schönen Gegenstände seyn müssen? Werliefert denn aber diese schönen Muster? Die schaffendeNatur mag sie nun entweder durch ihre seltenen Ur-genten aus sich selbst liefern lassen, oder die nach-ahmenden Geister mögen sie durch Nachbildung ausfremden Ländern zu uns herüber holen, so ist es inbeiden Fällen dennoch gleich wahr und gewiß, daß alsonicht durch die obern Classen die Bildung des Ge-schmacks und der Sprache bewirkt wird. Denn wennich auch zugebe, daß solche Urgenien oder Nachbilderaus den obern Classen ^gemeiniglich hervor gehen, sokommt das doch nicht daher, weil in den obern Classenschon mehr Geschmack vorhanden und ihnen angeborenwäre, sondern weil die obern Classen mehr Vermögenund Gelegenheit haben, ihre Söhne auf diese Stufeder Vollkommenheit, auf welcher sie Regel und Musterwerden können, empor zu helfen. Transportiren Sie auf einMal das Vermögen und den Unterricht der obern Classenauf die nieder», so werden Sie die Lehrer und Musterdes guten Geschmacks aus diesen hervorgehen sehen.