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chsrlei Endzwecken zu verarbeiten, zu ordnen, zu fü-gen? Das Brauchbare zu behalten, das Ueberflüssige,Unnütze zu verwerfen, das zu Lange zu verkürzen,das Kurze zu verlängern, das Dicke zu verdünnen,das Dünne zu verdicken, das Viereckige rund, dasRunde viereckig, das Rauhe nach Bedürfniß glatt,das Glatte rauh zu machen? Thun etwa das in derSprache ganz allein die obern Classen, ehe geschriebenwird? Thut der Schreibende von alle dem nichtsmehr? Ja, darf er nicht einmal dergleichen thun?Das darf wohl Niemand behaupten. Eben so leichtmüßte der Thurmbau zu Babel vollendet worden seyn,als durch die obern Classen ohne Schreiberei dieserSprachbau zu Stande kommen könnte.
Die Schreiber sind es also, die das Gebäude aus-führen. Und die Schreiber sind keine Andern, als dieGelehrten. Ich will annehmen, daß in Deutschlandnoch nie ein Buch geschrieben worden wäre; es solltebisher alles Uebrige also seinen Gang gegangen seyn,wie wirklich geschehen ist. In diesem Jahre 1783sollte man nun zuerst im südlichen Ober-Sachsen an-fangen, Bücher zu schreiben. Mein Gott! sagen Siemir, liebster, bester Herr, ob wir in Poesie undProse die Sprache haben würden, die wir nun ha-ben? So heillos die bejahende Antwort hierauf seynwürde, so heillos ist die Behauptung, daß nicht dieGelehrten, sondern der Geschmack der obern Elastendie Sprache zur Schriftsprache mache. Und wodurchbekommen denn die obern Classen ihren Geschmack?Wieder durch Niemand anders, als durch die Ge-