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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
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gm dürftigen Geist, drückt ihm gleichsam ihr schönesBild auf, und zaubert ihm ihre lebendige Kraft an.Dieses aber mit einem für den Lernenden sehr ange-nehmen Unterschiede. Die Sprache konnte nur durchdie vereinigten Geisteskräfte und Wirkungen einesganzen Volkes in einer nähern gesellschaftlichen Verbin-dung, durch eine Reihe mehrerer Jahrhunderte hin-durch Reichthum, Gestalt und Geschmeidigkeit gewin-nen. Diese aus tausend Quellen entsprungenen Bachekehren in der Sprache, zu einem einzigen großenHauptstrome vereinigt, wieder in den einzelnen Men-schengeist zurück und führen ihm ihre Reichthümer zu.Hieraus folgt nichts anders, als, je vollkommenerJemand seine Sprache versteht, desto reicher ist erauch an Vorstellungen der Dinge und ihres Mannig-faltigen. Umgekehrt, je ärmer an Sprache und Aus-druck, desto ärmer auch an einer deutlichen, klarenund wohlgeordneten Erkenntnis. Seiner Sprache mäch-tig seyn, heißt daher nichts anders, als, aller Kräfteseines Geistes und des ganzen Jdeen-Vorrathes mächtigseyn, welchen die Sprache bezeichnet. Nicht richtig,nicht deutlich, nicht zusammenhängend, nicht schönsprechen und schreiben, ist nichts anders, als, eben sogebrechlich denken und empfinden.So lange derMensch nicht reden konnte, heißt es in einemBuche, reich an wahren und schönen Gedanken in dergefälligsten Einkleidung *), so sah, hörte, fühlte

*) S. Engels Philosoph für die Welt. S. Th. S. 19.Neue Nuff. von 1787.