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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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processiren, so würde er durch nichts offenbarer ver-lachen, daß er nichts weniger, als ein echter schö-ner Geist, sondern ein verwahrlosetes Ding von ebender Art sey, wie sie die obern Facultäten zu Legio-nen aussenden. Der wahre schöne Geist, der diesschlechterdings nicht seyn kann, wenn er nicht zugleichein vernünftiger Geist ist, lehret und befördert nichtnur niemals schön seyn sollende Grimassen, sonderner ist es gerade, der allen unschicklichen Geschmacks-Grimassen am wirksamsten entgegen steuert. Er istes gerade, welcher der lappischen Flittern und einergewissen ästhetischen Schminke, womit, nicht schöneGeister, sondern unbesonnene an Urtheilskraft arme Theo-logen und Juristen selbst ihre Wissenschaften verunstal-ten, am lebhaftesten spottet. Denn aus fleißig er-

forschten und deutlich erkannten Gründen, die sich insicheres festes Gefühl, das ist, in Geschmack verwan-delt haben, weiß er zu entscheiden, wie etwas einge-kleidet werden muß, welchen Schmuck etwas, undwie oder wo es ihn verträgt, oder nicht. Wenn nunaber, o Schüler der Themis, der schöne Geist, derüberall den Codex gesunder Vernunft bei sich führenund daraus seinen Namen rechtfertigen muß, dir ausden Regeln, welche in dem allgemeinen Gesetze derVollkommenheit, oder in der Zusammenstimmung derbesten Mittel zum besten Zwecke gegründet sind, dar-thut, daß du dich ohne Noch von der Vollkommenheitentfernest, wenn er dir den geradesten und kürzestenWeg zu derselben zeiget: so mache es dich nicht irre,daß es ein schöner Geist, und nicht ein Jurist war,