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eS Kant, der erste Philosoph auf Erden, nennt,ein Talent, dessen Mangel keine Schule ersehen kann *)»Aus diesem Mutterwitze, gleichsam dem Fruchtkeimeeines jeden, und also auch des schönen Geistes, mußsich der echte schnöe Geist durch ein Studium, eben somühsam, als jedes andere, erst langsam hervor arbei-ten. Er muß sich durch Einsammlung humaner Kennt-nisse und durch sehr oft eingestellte Uebungen auf derPalästra des Geistes zu demjenigen, wofür er sichmit Recht ausgeben will, entwickelt und ausgebildethaben. Wenn der schöne Geist ein solcher ist, so ister nicht blos eingeschränkter nothdürstiger Ausüber undBeurtheiler dieser oder jener einzelnen Kunst, etwa derpoetischen, wiewohl auch das schon nicht unrühmlich wäre,
uo forte puckori8it tibi ÄIusu Ivrao potons et eautor Apollo;sondern er ist fertiger, er ist wohlbefugter Richter undLehrer jeder Kunst des Geistes, sie werde nun aus-geübet, von wem sie wolle. Würde ein schöner Geistlehren, man soll in Versen oder in poetischer Prose
*) Der Mangel an Urtheilskraft ist eigentlich das, wasman Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist garnicht abzuhelfen. Ein stumpfer, oder eingeschränkter Kopf, demcs an nichts, als an gehörigem Grade des Verstandes undeigene» Begriffen desselben mangelt, ist durch Erlernung sehrwohl, sogar bis zur Gelehrsamkeit auszurüstcn, da es aber ge-meiniglich alldann auch an jenem, (der Seeniiau ketri,) zufehlen Pflegt, so ist es nichts Ungewöhnliches, sehr gelehrteMänner anzutreffen, die, im Gebrauch ihrer Wissenschaft, je-nen nie zu bessernden Mangel häufig blicken lassen. S. KantsCritik der reinen Vernunft. S. 173.