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schöne Geist nur ein Bettelprinz ist. Schöner Geist!Schöner Geist! — Ich habe dergleichen Hohnneckereienmit eigenen Ohren von vornehmen Kathedern herab gehört,nicht anders, als ob es ehrenvoller wäre, ein häßlicher,als ein schöner Geist zu seyn. Mir ist noch nie einwahrer, echter schöner Geist vorgekommen, der nichtzugleich ein sehr vernünftiger, mit mannigfaltigensehr würdigen Sachkenntnissen genährter und gestärk-ter Geist gewesen wäre. Aber häßliche Geister ohneVernunft, ohne Geschmack, ohne menschenadelndeKenntnisse, umschwärmen einen überall, wie das Flie-gengeschmeiß im Sommer. Man bringt den schönenGeist in der Gestalt, wie er diesen Namen verdienet,wahrlich nicht mit auf die Welt, ob man gleich etwasmitbringen muß, welches vielen sehr gelehrten Leutenmangelt, nämlich das Talent der Urtheilskraft, oderdas Specisische des sogenannten Mutterwitzes, wie
niß der Mühe und Zeit, sowohl für den Schreiber, als denLeser, ist wohl nicht das kleinste Verdienst. Wäre es möglich,alle die unzähligen kleinen Zeitausgabcn, welche unnütze Weit-schweifigkeit des Hof- und Kanzellev-Stpls veranlaßt, genauzusammen zu rechnen, so würde man über die Hauptsummevor Schrecken erstarren. Ich getraue mir, anszurechncn, daßin einem Staate, nicht größer, als der nnserige, jährlich dasLeben wenigstens einiger hundert Menschen blos auf Titelschrei-ben verwendet wird. Wie viel nun nicht vollends auf anderncnd- und namenlosen Uebcrfiuß? Wie viel besser könnten nichtso vieler Menschen Leben und Kräfte genützt werden? Undwenn auch das nicht, so dächte ich, das verächtlichste kur nientowäre immer noch weit besser, als Leib und Seele an solchenNichtswürdigkeiten dumm und stumpf zu schreiben.