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wozu all?, und wie am besten und zweckmäßigsten dasherrlichste Geschenk Gottes anzuwenden sey. Freilichmag er zu einigen Deutschen Ausarbeitungen angehal-ten werden. Allein lernt er wohl dadurch den ganzenunendlichen Reichthum verarbeiten? Freilich mag seinLehrer, so weit er's versteht, dieses und jenes daranverbessern; freilich mag er zwischendurch gut geschrie-bene Bücher lesen, und auch aus diesen mag etwaszum Besten seiner Sprache und Schreibart hängenbleiben. Allein ist es wohl zu vermuthen, daß er auchhierdurch den Reichthum der Sprache im ganzen Um-sange, daß er den Styl in aller seiner Mannigfaltigkeitkennen, beurtheilen und anwenden lerne? Glücklichkann er sich noch schätzen, wenn er nur an solcheMuster gcräth, welche die Probe gesunder Kritik aus-halten. Aber das ist, besonders unter obigen Vor-aussetzungen, höchst selten, ja fast unmöglich, da dieSchriftstellerei tagtäglich immer mehr in die Händeder Knaben gcräth. So kommt es denn, daß erempirisch seine Gedanken bald richtig, bald unrichtig,bald schicklich, bald unschicklich, bald schön, bald häßlichbezeichnen lernet, ohne selbst ein Wort davon zu wissen,ohne weder sich, noch Andern, gründliche Rechenschaftüber das Warum geben zu können.
Mit dieser Bildung bezieht der Jüngling die Uni-versität. Gesetzt, cs gäbe daselbst einen gründlichenphilosophischen Lehrer der Muttersprache, und des gu-ten Geschmacks, wiewohl man bisher an vielen Ortennicht nur einen solchen für ziemlich überflüssig, sondernauch die für diese Gegenstände nebenher bestimmten