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fast getrost behaupten, daß in Sprache und Schreib-art, als Mittel, Gedanken und Empfindungen zu be-zeichnen, jedes Mal nur eine einzige Bezeichnungsartdie angemessenste, die zweckdienlichste, mithin die voll-kommenste mit Ausschließung aller übrigen sey. Nunwüßte ich aber in der Welt Gottes kein Privilegium,welches irgend einen schreibenden Menschen in irgendeinem Falle von der Wahl dieser einzigen, angemessen-sten, zweckmäßigsten, vollkommensten Bezeichnungsartloszahlen könnte. Mag also der rohe geschmackloseSudler immerhin Ausflüchte zu Dutzenden in Bereit-schaft haben, warum er nicht schön zu schreiben brauche,worauf sich eben wegen der dunkeln und schwankendenBegriffe von Schönheit nicht immer aus dem Stege-reife etwas Befriedigendes antworten läßt: so wirddoch jederzeit das Ulysscische Zepter der Vollkommenheitdie Höcker des häßlichen Thersites mit seiner ganzenKraft treffen. Wenn du schreibst, es sey, was eswolle, so sollst du vollkommen schreiben, und dafürnicht einmal befugt seyn, nur unfern Dank zu fodern.
Bei einer andern Vorstellung und Würdigung derSache, da man einen so einfältigen Unterschied zwischengemeinen Alltagsdeutsch und Sonntagsdeutsch macht,ist es leicht einzusehen, warum eben kein sonderlicherEifer für das Studium der Deutschen Sprache undeiner vollkommenen Schreibart entspringen könne. Wäredas schöne Sonntagsdeutsch das, was man sich ge-meiniglich cinbildet, wäre es weiter nichts, als leererZierrath, der zwar da sey, aber auch überall fehlenkönnte, so würde ich es selbst nicht werth halten, nur