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neu, das zierliche und galante Deutsch. Weil ihmnun dieses nichts weiter, als bloße Galanterie ist, soschätzt er's auch ungefähr eben so, als die Besetzungauf dem Kleide. Für die bloße Nothdurft hat derBiedermann an dem schlichten Kleide genug, wiewohlsich's freilich in dem gestickten Rocke zuweilen etwasbesser prunken und liebeln läßt. Aber doch auch nurzuweilen. So wie sich der Tressenrock nicht überall hin-schickt, so verräth ein natürliches dunkles Gefühl vonSchicklichkeit und Unschicklichkeit gar leicht, daß auchein gewisses galantes und scharmantes Deutsch nichtüberall Hinpasse. Man fühlt es, daß man sich inmanchen Fällen höchst lächerlich damit mache. DieFälle der Schicklichkeit und Unschicklichkeit aber mitSicherheit zu beurtheilen, dazu gehört ein wenig mehrEinsicht und Geschmack, als der große Haufen zu er-werben sich bemühet. Bei so bewandten Umständenist denn nur noch ein Schritt bis zu dem Wahne, daßschöne Schreibart gar nirgends nothwendig, daß sieganz und gar von einem ernsthaften gesetzten Gelehr-ten und Geschäftsmanne zu verachten, und blos den sogenannten Schönschreibern vom Handwerk, die manfür entbehrliche Galanterie-Händler achtet, zu über-lasten sey.
Es ist kaum zu läugnen, daß an solchen Vorstel-lungen selbst diejenigen größtentheils mit Schuld sind,welche sich angemaßt haben, Anweisungen zur Schreib-art zu urtheilen. Warum bedienen sich die Theoristenund Kunstrichter solcher Namen mit denen Jeder bei-nahe andere Begriffe und zum Theil solche Begriffe