dem Genius der Sprache, und dem wahren Bedürfnisseweit angemessener seyn, als wenn eben dasselbe etwaein Anderer im flüchtigen mündlichen Ausdrucke thut.Hicrnächst wird auch der denkende Kopf, der Mannvon wciterm Ideen - und Empfindungskreise, wenn erschreibt, weit öfter, an der Alltagsplauderer, das Ve-dürsniß fühlen^ die Sprache nach dem Inhalte seinerGedanken und Empfindungen umzumodeln. Vorausge-setzt nun, daß er hierin als ein Mann von Verstandund Geschmack verfährt, daß er interessante Sachenschreibt, daß er bei dem Publicum beliebt ist, und alsohäufig durch die ganze Nation gelesen wird, so werdenseine Veränderungen und Verbesserungen des Ausdrucksweit schneller und allgemeiner in den Gang kommen,werden viel dauerhafter seyn und bleiben, als wenneben dieselben von einem Andern, der nicht Schriftstel-ler ist, im mündlichen Umgänge angegeben würden.Wenn z. B. ein beliebter und häufig gelesener Dichterin einem guten Gedichte ein glückliches neues Wort,eine neue Form, eine neue Wendung gebraucht, wieweit geschwinder wird das Alles allgemein werden undsich der ganzen Sprache einverleiben, als wenn ebendasselbe etwa in den obcrn Volks-Classen irgend einerProvinz, wo keine Schriftsteller sind, aufgckommenwäre! Wie viele Jahre könnten hingehen, ehe derglei-chen nur in dieser Provinz, geschweige denn in denübrigen allgemein würde! — Man findet daher überall,daß eine Sprache nur alsdann erst recht erweitert, ver-feinert und ausgebildet wird, wann recht viele Schrift-werke darin abgesaßt werden. Ware seit Luthers
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