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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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Entstehen dieser, werden freilich höchst selten bemerkt.Ehe man sich's versieht, sind sie da; sie sind gangbardurch das ganze Volk, nicht anders, als ob das ganzeVolk einstimmig sie hervor gebracht hätte.

Dieses Entstehen der Sprachveränderungen dürsteAdelung wohl nicht im Stande seyn, abzuläugncn.Allein er wird weiter sagen: Gut! Hierzu bedarf esaber nicht eben eines Schriftstellers. Dazu gehört nurein Mann von einem solchen Grade der klaren Vorstel-lungsart und des Geschmackes, der mit der Vorstel-lungsart und dem Geschmacke der ganzen Nation imGleichgewichte stehet. Ein solcher hat eben so vielRecht, die Sprache zu bereichern und auszubilden, alsder Schriftsteller. Ich antwortete: Was das Rechtbetrifft, so bin ich vollkommen damit einverstanden.Hier ist aber nicht die Rede von dem Rechte, sonderndavon, wer öfter, wer allgemeiner, wer mit glücklichermErfolge für Bereicherung und Ausbildung der Sprachewirken kann, und in der Thal auch wirket. Da fälltnun, wie mir däucht, offenbar das Uebergewicht aufdie Seite des Schriftstellers. Denn Ein Mal wirdbillig vorausgesetzt, daß der gute Schriftsteller mehrKenntniß und Geschmack habe, daß er seiner Spracheweit mächtiger sey, als der große Haufe der Uebrigen,selbst aus den obern Volks-Classen. Er wird bei län-gerer Muße schärfer Nachdenken und beurtheilen können,ob und wo die schon vorhandene Sprache mit ihrenAusdrücken und Wendungen hinreichend, oder ob undwo es nöthig sey, Veränderungen zu wagen. Wennnun ein solcher endlich etwas Neues wagt, so wird das