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Was ließe sich nicht Alles hiergegen sagen? Daßman nicht sein eigenes kauderwelsches Deutsch redenund schreiben dürfe, wenn man anders verstandenund gern vernommen seyn will, das versteht sich vonselbst. Aber gleichwohl liegt es am Tage, jede leben-dige Sprache verändert sich von Jahr zu Jahr. Daswird schon nach manchem Jahrzehend merklich; nochmerklicher aber nach Jahrhunderten. Wie ganz andersist unser heutiges Hochdeutsch, als das zu LuthersZeiten! Nun, wo sind denn diese Veränderungenhergckommen? Nach A's Vorstellungsart hat sic derjedesmalige Grad des Geschmacks und derklaren Vorstellungsart des ganzen Volkeshervorgebracht. Allein heißt denn wohl etwas andersgesagt, als: Die gestimmte Hochdeutsche Gesellschafthat jede einzelne Veränderung einstimmig und ausvoller Kehle sich zugeschrieen? Welche Behauptung! —Die Sache verhält sich aber unstreitig ganz anders.Eine jede Sprachveränderung muß sich ursprünglichvon einem einzelnen Menschen, dieser sey, wer erwolle, herschreiben. Dieser einzelne gibt gleichsam denTon an. Hernach aber kommt es, nicht etwa aufeinen Grammatiker, sondern auf die klare Vorstellungs-art und den Geschmack des größten Theils der Gesell-schaft an, zu entscheiden, ob ein solcher neuer Ton ver-ständlich und behaglich sey, oder nicht. Im erstenFalle wird die Neuigkeit ihr Glück machen, und ge-schwinde durch das ganze Volk gangbar werden; indem andern aber wird das Gegentheil erfolgen. Dieeinzelnen Urheber solcher Veränderungen, und das erste