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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
362
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malischer Ziegenbock entgegen meckert. Wir sagen jetztvon Thal in der Mehrheit die Thäler; ehedemsagte man unendlich wohlklingender die Thale. Manversuche es nur, und schiebe im folgenden Verse vonStolberg:

In deinen Wonnethalen, Elysium . ..den alten Th eilen die neuen Thäler unter! Dermüßte doch ein arges Fell vor den Ohren haben, derdiese jenen verziehen wollte. Gleichwohl habe ich gefun-den, daß die Thale, statt der Thäler, in Necensio-nen bemcckert worden sind. Sollte man darüber nichtungeduldig werden? Ist denn das recht, ihr Herren?Ich weiß freilich wohl, was ihr dagegen einwen-den werdet. Ihr werdet sagen: Was dieser oder jenerEinzelne, oder was einige Wenige aufbringen, istnoch nicht Sprachgebrauch, und deßwcgen haben wirein Recht, uns dagegen zu erheben. Aber ich bitteeuch, wie soll denn jemals auch die vernünftigste undgeschmackvollste Veränderung empor kommen, wennihr immer mit der erhobenen grammatischen Keulebereit stehet, sie todt zu schlagen, so bald sie sich nurblicken läßt? Laßt sie doch ruhig ihr Heil versuchen!Vielleicht findet sie Gnade vor den Augen und denOhren eines vernünftigen und geschmackvollen Sprach-gebrauches. Ist sie nicht werth, angenommen zu wer-den, so wird sie bald von selbst ganz unschädlich wie-der verschwinden, ohne daß es eurer Keule bedarf;da hingegen eure Keule so viel Gutes zurück schreckt,daß man es nur eurer Achtlosigkeit verdanken muß,wenn sich dennoch hier und da etwas durchschleicht.