Jemand einer überaus merklichen Neigung des Hoch-deutschen Redegebrauches gemäß, für Kopf — Ko pp,für klopfen — kloppen, für Pfropf — Propp,für Pflanze — Flanze, für nicht — nich,u. s. w. zu schreiben ansinge? Und doch muß wohletwas Achnliches ehedem ohne alles Geschrei Statt ge-funden haben, weil wir sonst sehr viele harte Töne deraltern Sprache noch jetzt aussprechen und schreiben müß-ten. Schriee nun der unsinnige Mensch nicht so scheuß-lich, so ist Hundert gegen Eins zu wetten, daß in nochnicht hundert Jahren die abscheulichsten aller Töne,wie z. B. pf, ganz und gar aus unserer Sprache,zu ihrem sehr großen Gewinne, verbannt scyn würden.Wahrlich, es ist ein höchst erbarmenswürdiger Anblick,zu sehen, wie krampfhaft ein solcher Grammatikeroft das Elendeste, was er einmal in den Fausten hat,umklammert, um es durchaus nicht fahren zu lassen,recht wie gewisse Christen, die sich lieber todt schlagen,als den Teufel nehmen ließen. Das Schlimmste hier-bei ist, daß so leicht eine gewisse phantaslrcnde Sprach-Philosophie, wie etwa die weiland Moritzische, bei derHand ist, die auch den abscheulichsten Abscheulichkeitenoft auf eine sehr täuschende Weise das Wort zu redenverstehet.
Manche, wenn gleich nicht alle, ja, nicht einmaldie meisten alten Wörter und Wortformen haben so-wohl in Ansehung der Bedeutung, als auch des Klan-ges, offenbare Vorzüge vor den neuern. Wagt esnun Jemand, dergleichen wieder herzustellen, so ister immer in Gefahr, daß ihm irgend ein solcher gram-