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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
336
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zu sehr in einander heulen; so daß ein Deklamator,der die Kunst versteht, das Mai erwacht nicht sogern aussprechen würde, als Lenz erwacht. — Dieglühenden Schläfe, V. 3, schienen mir zu sehrein Bild der Trunkenheit zu seyn, und das LachenB. 4, minder den Wangen, als dem Hellen Augezuzukommen. Ich glaubte daher, es wäre besser, blosdieses lachen, und jene glühen zu lassen. Die Stirnkam hinzu, um das Bild vollständiger auszumahlen.Wenn es aber auch dadurch, wie ich doch nunmehr fastzweifele, gegen die Nebenvorstellung der Trunkenheitgeschützt seyn sollte, so leidet cs doch wohl keinenZweifel, daß die neueste Leseart, die noch über diesden Vorzug eines vollkommen richtigen und reinenReimes hat, unendlich genialischer sey. Wonnemelodieenhaben den Gott, wie aus süßen Träumen, erweckt;was Wunder, wenn Bilder neuer Lust vor seiner Phan-tasie schweben, denen sein Auge froh zulacht! DieIdee ist nun weit schöner, weit geistreicher, mit EinemWorte, ästhetischer.

Das Bild des Schwedens über kräutervol-len Nasen und Hainen, V. 5 u. 6, schienmir zu fern von der Totalität zu bleiben. Ich suchteihm daher in der 2. A. durch Hinzufügung der Saatund des Gartens mehr Ausdehnung und Fülle zugeben. Die kleinen lauen Wohlgerüche bla-senden Weste, oder Winde, die leider! auch Hr.Ramler gebilligt, hatten für mich längst etwas Possir-liches, das keinesweges zur Würde des Ganzen paßte.Sie erinnerten an die kleinen pausbackigen Jungen,