Umstände halber, auch nur ein Gleichklang der Vo-cale in sonst den Consonanten nach verschieden tönen-den Wörtern einschleicht. Höchst ungern erlaube ichmir z. B. eine Reimstellung, wie diese: Thaten,Schar, baten, war, wegen des viermaligen a;denn eine Abwechselung, wie z. B. Thaten, mir,baten, dir, ist doch gewiß weit wohlklingender. —Allein was auch nur immer eine gründliche und ge-schmackvolle Stylisti? über Mannigfaltigkeit und Ab-wechselung des wörtlichen Ausdrucks vorschreiben mag,so macht sie dennoch auch mit Recht hiervon Aus-nahmen. Wenn cs auf Gestalt, Maß und Klangantithetischer Satze ankommt, so erlaubt nicht nureben diese Stylistik, sondern sie gebietet sogar, Kraftdes natürlichen Hanges der menschlichen Seele zuSymmetrieen, Gleichheit. Das ist nun gerade hierder Fall. Da es hier unläugbare Vollkommenheit ist,daß in Satz und Gegensatz einerlei Vorstellungen undeinerlei Wörter, nur mit dem Unterschiede der Be-jahung und Verneinung Vorkommen, so ist nicht ab-zusehcn, warum diese Einerleiheit sich nicht auch bisaus die Töne der Reime erstrecken dürfe. Dürfe? -—Sie darf nicht nur, sondern cs wird sogar ein höhererGrad der Vollkommenheit dadurch erreicht, daß dieseGleichheit zur Hebung der Antithese sich so ungesuchtund von selbst einstcllt. Gleichwohl schließt, wasnoch das Beste ist, diese Gleichheit nicht alle Ver-schiedenheit aus, die sich in dem männlichen und weib-lichen Character der Reimwörter noch merklich genugoffenbaret.
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