so erhalte ich in der zweiten und dritten Zeile derStanze, wenn gleich eben keine Correspondenzdes Ausdrucks, dennoch eine ganz gute Corre-spondenz des Gedanken, worüber man allenfallsdie mangelnde Wort-Correspondenz vergißt. Hiernächstbekomme ich in dem Begriffe Lust, der sich bei Er-wähnung der Liebe, und vollends unter den Umstän-den, unter welchen dieser Kehrreim gesungen wird,gewiß sehr natürlich und ungezwungen darbietct, einEtwas, in welches der Begriff erkor sehr gut ein-greisen kann. Denn der Lust giebt es, wie Jedermannbald einfällt, mehrere Arten, unter welchen eine Aus-wahl Statt findet; und der ehemalige logische Gedan-kenzwang ist, wie mir däucht, durch die Lust hinläng-lich gehoben.
Nachdem wir nun auf diese Weise, mit ziemlichemGlücke für die Schwierigkeiten der Sache, bis zurdritten Zeile gekommen sind, so fällt noch glücklicherdie vierte wieder von selbst in die Hände. Die beider zweiten und dritten Zeile so mühselig gesuchte,und doch kaum halb erreichte Correspondcnz bietet sichhier in der größten Vollkommenheit ihres Wechselspielsin morgen liebe und liebe morgen von selbstdar; und da selbst das Original dies letzte Wechsel-spiel nicht zu bewerkstelligen vermochte, so muß esder Uebersetzung zu einer nicht unbeträchtlichen Ent-schädigung für dasjenige dienen, was sie zurück lassenmußte. Die des Verses und des Reimes wegen nö-thige Erweiterung durch das wie zuvor schmiegt sichunstreitig dem Hauptgedanken eben so genau, so innig,