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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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warme Federn zu Ruhebetten, so vielvermögendeSchreibkiele liefert, eben derselbe Schöpfer hat auchdie Nachtigall erschaffen, die von dem Allen nichts dar-bietet, gleichwohl aber auf ihre Weise zum Wohlscynvieler Menschen das Ihrige beiträgt. Wahrlich, esziemet sich eben so wenig, daß die Gans der Nachtigallein Verachtungslied nachgacke, als dieser, daß sie je-ner eins nachsinge. Ein Jeder suche sich in seinerSphäre so viel Verdienst zu erwerben, als möglich,ohne das Verdienst des Nachbars neben sich niederzu-drücken, oder zu verhöhnen. Wenn die schönen Künsteauch sonst nichts adelte, so adelt sie doch die Humani-tät und Liberalität, womit sie so gern jedem Verdienstauch außer ihrer Sphäre begegnen. Die edle Köni-gin» derselben, die Dichtkunst, wenn sie nicht, wie inder Fabel die honigsammelnde Biene durch den Ueber-muth einer Henne, aus ihrem Character heraus ge-reizt wird, mit dem Stachel zu drohen, verherrlichtwillig und unaufgefordert die Verdienste des Helden,des Staatsmannes, des Gelehrten; wenn gleich alledrei ihrer gar wenig achten. Schon hat die Dicht-kunst einen Herschel und seine Entdeckungen gefeiert,und wird sie noch feiern; ob es gleich Her scheinnoch nicht eingefallen ist, und auch nie einfallcn wird,einen seiner neu entdeckten Sterne nach einem großenDichter zu benennen.

Wir sind gerecht; das seyd ihr nicht!

Hoch steht ihr; träumt es höher noch;

Wir ehren fremd Verdienst!

K l o p st o ck.