der höchst möglichen Vollkommenheit erreicht habe;denn es liegt überall im Dunkeln. Mit andern undeigentlichen Worten: Man kann nie behaupten, daß
anstatt irgend einer wo aufgestellten ästhetischen Idee,nicht eine noch schönere, reichhaltigere, vollkommnerestehen könne, wohl aber in den meisten Fallen, daßdiese Idee, die nun einmal dastcht, nicht grammatischund prosodisch richtiger, nicht euphonischer und harmo-nischer, mit einem Worte, nicht vollkommener ausgc-drückt werden könne.
Daß die Nachtfcier der Venus dieses durchgehendsso weit leiste, als Deutsche Sprach- Vers- und Rcim-kunst es nur irgend gestatten, das wage ich zwar nichtzu behaupten; denn wie oft ist man blind, wenn mannoch so hell zu sehen glaubt? Allein so viel getraueich mir zu sagen, daß die Nachtfeier in dieser Rücksichtvielleicht nur von wenigen Deutschen Gedichten diesesUmfanges erreicht, von keinem einzigen aberübertroffen werde. Wem diese Behauptung un-verschämt vorkommt, wer mich recht herzlich gern deß-wegen züchtigen und dcmüthigen möchte, der trete aus,und nenne mir sein, oder eines anderen DeutschenDichters Gedicht, welches die Nachtfeier in den obenerwähnten Eigenschaften übertrefsen soll! Vielleichtdarf ich sogar noch dies hinzusügen, daß sie, so langeunsere Sprache diejenige bleibt, die sie jetzt ist, auchnicht übertroffen werden könne, und daß damit der alleOhren entzückenden Italienischen Sonorität vor derHand nicht näher zu kommen sey. Ich hoffe, jederVers wird die strengste Prüfung der poetischen Gram-