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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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und ungestörtem Kunstgenuß zu verschaffen, besondersaber, um jungem Künstlern gleichsam eine Stimm-flöte, von nicht zu kleinem und auch nicht zu großemUmfange, in die Hände zu geben, wonach sie ihre oftso unreinen Instrumente stimmen könnten, reizten michmit jedem Tage mehr, jenen Gedanken, wenn irgendmöglich, zu realisiren.

Ein solcher Kanon, wenn er überhaupt möglich ist,kann, wie man leicht sieht, nur die tadellose Nichtigkeitund Schönheit der Form betreffen. Ein Kanon fürden Stoff würde ein thörichter Einfall seyn. Das Ge-biet der ästhetischen Ideen ist unendlich und unüber-sehbar. Wenn der Dichter auch mit noch so herrlicherBeute aus demselben zurück kehrt, wer kann jemalssagen, daß er nicht eine noch herrlichere hätte mitbrin-gen können? Das Gebiet der Formen aber ist schonmehr begrenzt, und kann, ungeachtet seiner Größe undMannigfaltigkeit, doch eher durchwandert und übersehenwerden. Es erstreckt sich nicht weiter, als der Umfangder Sprache, die Bildbarkeit des Verses, und die Mög-lichkeit des Reimes, vermittelst welcher man poetischdarstcllt. Das ist nun zwar immer noch bis zumSchwindeln groß und weitläufig; allein hier ist es doch,wenn es gleich nicht immer geschieht, dem rüstigen undunverdrossenen Meister der Kunst möglich, an ein Zielder Vollkommenheit zu gelangen, wo endlich aller Ta-del, der weise so wohl, als der überweise, der ehrliche,wie der chicanirende, von Rechtswegen schweigen muß.Im Gebiete der ästhetischen Ideen aber läßt sich inkeinem einzigen Falle behaupten, daß Jemand das Ziel