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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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und Bilder hinein griffe, vermögend seyn müßte, dieSprache aus diesem gegenwärtigen Puncte mehrereJahrhunderte hindurch fest zu halten, und allem Wech-sel derselben Schranken zu setzen *). Nicht etwa Aus-

Da wegen dieses Wechsels die neuern Dichter ungleichschlimmer daran sind, als die alten Griechischen und Römi-schen Claffiker, indem die Kränze jener noch von einer Vw-welklichkeit bedrohet werden, welche diese dadurch glücklich Über-stunden haben, daß die Gestalt ihrer todtcn und gleichsam cin-balsamirten Sprachen auf immer dauernd geworden ist, sosollten jene sich um so mehr bestreben, zur Darstellung dervollkommensten ästhetischen Ideen das Richtigste, Reinste, Edelsteund Wohlklingendste, was zu ihrer Zeit nur immer in derganzen Sprache sich findet, auszuwählen, damit durch die in-nigste Verbindung des Stoffes mit der Form Eins in dem An-dern seine desto längere Erhaltung fände. Der Wein müßteverderben, so bald er in ein anderes Gefäß gegossen, und dasGefäß müßte zerspringen, so bald cs seines Inhalts beraubtwürde. Wenn in diesem Stücke geleistet wird, was möglichist, so können die Dichterwerke einer lebendigen Sprache aufsehr lange Zeiten hinaus das ihnen drohende Schicksal abwen-den. Daß die Werke eines Opitz, (laßt uns ehrlich be-kennen, was wahr ist!) und anderer frühem Dichtcrgenieö nichtfüglich mehr genossen werden können, das rührt weniger vondem Sprachwechsel her, als davon, daß sie so wohl in An-sehung des Stoffes, als der Form, bei weiten nicht Alles tha-tcn, was sie auch schon zu ihrer Zeit, und nach der damali-gen Beschaffenheit der Sprache hätten leisten sollen und können.Dies mag denen, welche das Lob eines solchen allen Herren,ohne ihn näher zu kennen, wie die Wilden ihre Tabackspfeifc,von Mund zu Mund umher gehen zu lassen gewohnt sind, einunverschämtes Paradoron scheinen; allein ich getraue mir, csmit hundert Stellen aus Opitz zu erweisen. Ich bin ver-sichert, daß trotz allem künftigen Wechsel der Sprache die vor-