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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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noch in dieser neuesten Umbildung dankbar mit benutzthabe. Diese heilige Ehrfurcht, die wie mir däucht,dem jungem, wenn gleich mit Genie begabten, dochgemeiniglich noch sehr urtheillosen Künstler, gegen denverdienstvollen altern, weder übel ansteht, noch übelbekommt, hielt bei mir, als ich 1778 die erste Samm-lung meiner Gedichte herausgab, fast gänzlich, undbei der zweiten Ausgabe im Jahre 1789 größtenthcilsnoch an. Wenn ich aber nunmehr, und bei Anlegungder letzten Hand, die doch wohl endlich den ihr vonNatur und Schicksal bestimmten höchsten Grad derGeübtheit und Fertigkeit erlangt haben muß, einenGrad, der wohl wieder abnehmm, aber nicht mehrwachsen wird, wenn ich nunmehr der näher erkanntenKunst und ihren Gesetzen mehr Ehrfurcht schuldig zuscyn glaube, als auch den größten Meistern, so kannes Niemand, und am allerwenigsten Ramler übelfinden, wenn ich mir etwas gegen ihn erlaube, wel-ches er sich selbst von je her gegen alle Dichter ohneBedenken erlaubt hat. Er veränderte viele ursprüng-liche Lesearten der Dichter, ein Unternehmen, das ebenso oft vcrtheidigt, als es gcmißbilligt worden ist, unddaher wohl eben so viel für, als wider sich haben mag;er veränderte sie, weil er sie zu verbessern glaubte.Ich aber verändere wieder die Namlerschen Verbesse-rungen, weil ich aus Gründen darthun zu könnenglaube, daß diese Verbesserungen noch nicht die bestenwaren.

Je mehr der Köhlerglaube meiner Jugend abnahm,desto rascher, wenn mich nicht meine ganze ästhetische