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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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lich ein Lernen Statt findet, so sehr vernachlässigt?Gibt etwa die Behandlung der ersten Gegenstände einvornehmeres Ansehen? Oder geschieht es deswegen,weil es leichter und bequemer ist, zu neun und neunzigphantastischen Abhandlungen z. B. über das Schöne,das Erhabene, u. s. w. die hundertste zusammen zuphantasiren, und sich dadurch das Ansehen eines tief-sinnigen Forschers zu erwerben als den Jüngerder Musen durch das große und mannigfaltige Wort-und Sylbengebiet durchzuführen, und ihm die Kunstdes vollkommenen poetischen Ausdrucks in hundertbis auf das Kleinste und Feinste zergliederten Bei-spielen beizubringen, dafür aber vielleicht zum Dankein Sylbcnstecher zu heißen? Ich verkündige aberallen denen, die cs noch nicht wissen, hiermit eingroßes und wahres Wort: Ohne diese Sylbenstechereidarf kein ästhetisches Werk auf Leben und Unsterblich-keit rechnen!

Wer die Lehre von dieser Sylbenstecherei gründlichund vollständig aufstellt, der leistet den schönen Rede-künsten gewiß weit mehr Nutzen, als alle jene vorneh-men Herren mit ihrer vornehmen Philosophie, die sohäufig nur durch die hohen und luftigen Regionen derAllgemeinheit hinschwebt, und sich selten, vermuthlich,um die Unbrauchbarkeit ihrer Theoreme nicht zu ver-rathen, zur Anwendung auf das Besondere und Ein-zelne herabläßt. Noch überwiegender wird der Nutzender Sylbenstecherei seyn, wenn die vornehmen Herren,anstatt aus bestimmten Begriffen und Gedanken etwasFestes und haltbares aufzubauen, nur vermittelst tönen-

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